„Wir sind friedlich, was seid ihr?“ – Die Akademikerball-Demo 2015

9000 Menschen zeigten am Freitag großteils friedlich Flagge gegen den umstrittenen „Akademikerball“ in der Wiener Hofburg. Es formierte sich eine starke Zivilgesellschaft, die ihren Unmut über tanzende Burschenschafter in den repräsentativsten Räumen der Republik kundtat, ohne gleich, wie befürchtet, die Innenstadt in Schutt und Asche zu legen. Einige Pseudo-Straßenkämpfer lieferten sich zwar Scharmützel mit den 2500 aus ganz Österreich herbeigezogenen Beamten, die im Vorhinein befürchteten Krawalle blieben jedoch aus.

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Die PolizistInnen bewiesen in den wenigen härteren Auseinandersetzungen mit Teilen des schwarzen Blocks kühle Köpfe. Generell schien eine sehr deeskalative Taktik ausgegeben worden zu sein. Pfefferspray war teilweise zwar im Anschlag zu sehen, abgedrückt wurde aber nie. Auch von den berühmten Einkesselungen, in den letzten Jahren eine oft überstrapazierte Wiener Demo-Strategie, ließen die Beamten heuer eher ab. Geduldig befreiten die Riot-Cops blockierte Taxis und stellten sich Gruppen von Randalierern in den Weg, ohne gleich Demonstranten niederzureißen oder gar loszuknüppeln. Zwischenzeitlich regnete es sogar Flaschen und einzelne Steine, die Uniformierten wichen dennoch zurück. Ein Hauch Ironie lag in der Luft, als seitens der Vermummten immer wieder „Wir sind friedlich, was seid ihr?“ skandiert wurde.

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Einzig der Aufmarsch der Hundestaffel wirkte vollkommen überzogen und brachial. Die abschreckende Strategie dahinter mag vielleicht nachvollziehbar sein, dennoch waren vor dem Volkstheater keine Ausschreitungen in Sicht, die nicht von der WEGA allein unter Kontrolle zu halten gewesen wären.

Zwei vorsorglich am Opernring abgestellte Wasserwerfer kamen nicht zum Einsatz.

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