Kategorie-Archiv: Ein-sichten

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Spielfeld: „Geschossen hat so ein Tätowierter“

„Ich hab gedacht hier wird es furchtbar laut sein, aber das ist ja gar nicht so. Stell dir vor sie würden die Unsrigen so einpferchen, da würd‘ es anders zugehen,“ kommentiert eine schaulustige Anrainerin das Geschehen am Grenzübergang Spielfeld. Zwei Polizistinnen versuchen die vier älteren Personen zwar vom Platz zu verweisen, die Pensionisten lassen sich jedoch von einem kurzen Blick nicht abhalten. Mann will ja wissen, was passiert. „Ich versteh das nicht“, sagt die Polizistin. „Das ist unmenschlich. Ich wäre heute lieber daheim bei meiner Familie.“ Von oben, von der Autobahn, ist der Flüchtlingsstrom, der sich über den alten Grenzübergang auf der etwas tiefer gelegenen Bundesstraße zwängt, gut zu beobachten.

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Flüchtlingslager Traiskirchen: Getragen von zivilem Engagement

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Cesar spielt gerne mit einem kleinen roten Porsche und einem grünen VW-Bus. Zum Schutz gegen die Sonne trägt er oft einen blauen Fischerhut. Cesar ist 2 Jahre alt und möchte vielleicht einmal Punk werden. Oder Arzt. Man weiß es nicht. Derzeit sind seine Entwicklungsmöglichkeiten jedoch sehr beschränkt, denn Cesar lebt mit seinem Vater Maher und seiner Mutter in einem Zelt im Flüchtlingslager Traiskirchen. Palästina hat die kleine Familie vor Monaten verlassen. Dort ist es nämlich gar nicht so rosig. In Europa versuchen Cesars Eltern die Zukunft des aufgeweckten kleinen Punks zu optimieren. Weiterlesen

Indian Kids. Varanasi, India 2009

Orientieren wir uns doch an der Zukunft, nicht an der Vergangenheit!

Es darf heute nicht darum gehen, was „uns“ in der Vergangenheit zusammengehalten hat, sondern ausschließlich darum, wie die Arbeit an einer Gemeinschaft der Zukunft möglich ist.

Fleischhacker auf einem Markt in Peshawar, Pakistan 2007.

Fleischhacker auf einem Markt in Peshawar, Pakistan 2007.

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Muss es die spö ewig geben?

Demokratisierung als Schüssel zur Handlungsfähigkeit? Die Sektion Acht der SPÖ Alsergrund hatte am Dienstag zur Podiumsdikussion im Rahmen des Dikursprojekts „Sozialdemokratie bewegen, Parteidemokratie verändern“ ins Dschungel Wien geladen. Am Podium: Martin Blumenau (Fm4), Lena Doppel (respekt.net), Willi Mernyi (Gewerkschafter) und Sonja Schneeweiss (SPÖ-Aktivistin, BSA). Weiterlesen

Capitalismo o muerte

6% der Wahlberechtigten haben  das Bildungsvolksbegehren unterschrieben. Es geht Politikverdrossenheit. Ein generelles „Politik? Kenn ich mich nicht aus. Ist mir wurscht“ Gehabe der Modernisierungsverlierer?

Michael Fleischhacker schreibt, dass man unzufrieden sei, aber etwas wirklich Neues scheint man nicht zu wollen, zumindest hätte man keine Vorstellung davon, was das denn sein könnte. Eine Seite weiter stellt die Presse folgende Frage an Maria Maltschnig von der Sektion 8: „Die Sektion 8 sieht sich als neuer und linker, sehr linker Think Tank. WARUM BRAUCHT ES SOWAS?“ Ganz im Ernst. Ich frage mich: warum brauchen wir eigentlich die Presse, wo wir eh den Standard haben? Weiterlesen

Wir, die und die anderen. Kulturelle Konstruktionen?

Zur Relevanz einer Auseinandersetzung mit dem Wort „Kultur“ im 21. Jahrhundert.

Kultur. Die Erklärung des Worts Kultur bedürfe einer eigenen wissenschaftlichen Arbeit, um wirklich alle Aspekte dieses zentralen Begriffes zu durchleuchten. Ich beschränke mich auf eine vereinfachte Definition aus dem Soziologie-Wörterbuch: Demnach ist „Kultur die Gesamtheit der Lebensformen, Wertvorstellungen und der durch menschliche Aktivitäten geformten Lebensbedingungen einer Bevölkerung in einem historischen und regional begrenzten (Zeit-) Raum. [Zentral sind] alle Ideen, Werte, Ideale, Sinngebungen und Symbole sowie die Methoden und Institutionen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.“ Weiterlesen

Entwicklung(en)?

Am Beginn des dritten Jahrtausends ist die Welt gekennzeichnet von historisch beispielloser Ungleichheit. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffte vor allem in der Phase nach dem zweiten Weltkrieg weiter auf. Während in den Industriestaaten ein Wohlstandsprozess einsetzte, der seinesgleichen im historischen Vergleich vergeblich sucht, begann sich in vielen Ländern der südlichen Hemisphäre die Spirale der Armut nach unten zu drehen. Weiterlesen

Die soziale Konstruktion von Vaterschaft

Die allgemeine Vorstellung von guter Vaterschaft unterliegt wie so vieles andere auch einem kontinuierlichen kulturellen Wandel. Vatersein wurde bis in die siebziger Jahre vor allem mit der Ernährerfunktion innerhalb der Familie gleichgesetzt. Heutzutage sorgt ein „guter“ Vater nicht mehr nur für die finanzielle Absicherung der Familie sondern er engagiert sich auch aktiv in der Betreuung und Erziehung des Kindes sowie im gemeinsamen Haushalt. Die individuelle Praxis der allermeisten Väter scheint sich  jedoch von dieser gewandelten Auffassung vehement zu unterscheiden. Weiterlesen